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Dieser Fliegenpilz schmeckt nur den Schnecken ! Der Mensch ißt dafür andere. |
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Unser Keller mit einer nahezu konstanten Temperatur von 8- 15° im Winter und 15-18° im Sommer bei 75-85% relativer Luftfeuchte reizte mich, es mit einer kleinen Pilzkultur zu versuchen. Da auch im Garten eine Stelle totaler Finsternis (Vollschatten) vorhanden ist, an der keinerlei Gemüse gedeiht, könnte wohl auch eine Freilandkultur erfolgversprechend sein. Unsere Genuß-Küche könnte von frischen Pilzen das ganze Jahr über sicher gut profitieren, zumal in unseren Supermärkten das Angebot sehr rar ist.
In Foren und bei Zuchtbetrieben habe ich zunächst ausgiebig recherchiert, um einen Einblick in die Materie zu erhalten. Mit Fertig-Kulturen habe ich im Herbst 2010 die ersten Versuche gemacht mit positivem Erfolg. Dies ermutigt mich es mit Selbstanbau zu versuchen. Ich habe Arten gewählt, die mit dem hiesigen kühleren Klima gut zurecht kommen und relativ einfach zu überwintern sind.
Meine derzeitige Auswahl (ob allerdings alle kultiviert werden, ist noch ungewiß.)
Austernseitling (Pleurotus ostreatus)empfohlene Kulturbedingungen: Kellerkultur + Baumstamm-Kultur Kultur+Ernte: Nächster Beginn: Brutansatz Anfang2011 |
Limonenseitling (Pleurotus cornucopiae var. citrinopiletaus)empfohlene Kulturbedingungen: Kellerkultur + Baumstamm-Kultur Kultur+Ernte: |
Ulmenseitling (Hypsizygus ulmarius)empfohlene Kulturbedingungen: Kellerkultur + Baumstamm-Kultur Kultur+Ernte: vorgesehen: eig. Körnerbrut auf Buchenstämmen und auf Stroh-Buchenspan-Substrat. |
Rosenseitling (Pleurotus salmoneo-stramineus)empfohlene Kulturbedingungen: Kellerkultur + Baumstamm-Kultur Brutansatz Anfang2011 Kultur+Ernte: |
Kräuterseiting (Pleurotus eryngii)empfohlene Kulturbedingungen:
Kultur+Ernte: |
Taubenblauer Austernseitlingempfohlene Kulturbedingungen:
Kultur+Ernte: |
Nameko (Pholiota nameko)empfohlene Kulturbedingungen: Kellerkultur + Freilandkultur (liegende Holzstämme) Kultur+Ernte: |
Maitake (Klapperschwamm)empfohlene Kulturbedingungen: Kellerkultur + Freilandkultur (Eiche)
Kultur+Ernte: |
Samtfußrübling (Flammulina velutipes – Winterpilz)empfohlene Kulturbedingungen: Kellerkultur auf Substrat + Freiland (auch auf Astholz) Kultur+Ernte: |
Igelstachelbart / PomPom (Hericium erinaceus)empfohlene Kulturbedingungen: Kellerkultur + Baumstamm-Kultur Brutansatz Anfang2011 Kultur+Ernte |
Lackporling (Reishi / Ling Zhi)empfohlene
Kulturbedingungen: Kellerkultur + Baumstamm-Kultur Brutansatz Anfang2011 Kultur+Ernte |
Shii-take (Lentinula edodes)empfohlene Kulturbedingungen: Kellerkultur + Baumstamm-Kultur Kultur+Ernte: |
Braunkappe (Stropharia rugoso annulata) (Rotbraune Riesenträuschling)empfohlene Kulturbedingungen: Freiland-Kultur, Erdkontakt Brutansatz Anfang2011 Kulturbeginn: Ende März 2011 |
Stockschwämmchen Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilisempfohlene Kulturbedingungen: Freiland-Kultur auf Stämme ca 30-50cm dick, 50cm lang, zur Hälfte liegend eingraben, im Sommer gießen Brutansatz Anfang2011 Kulturbeginn: März 2011 |
Steinchampignon
empfohlene Kulturbedingungen: Kellerkultur Kultur+Ernte: |
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Ich beschränke mich auf die Aufzucht in Säcken (Beuteln), und ggf Eimern (Blumentöpfe). Ich verwende 6 ltr. genagelte Foliensäcke, siehe Bezugsquelle. Als Brutmaterial nehme ich gekaufte oder selbst vermehrte Körnerbrut.
ich bevorzuge Buchenholzbriketts und Strohpellets, als Zusatzstoffe je nach Pilzart grobe Buchenspäne, Stroh gehäckselt, Luzerne, Getreide. Das Mischungsverhältnis ist etwa je 40% Buchenholzbrikett, 40% Strohpellets, 20% Zusatzstoffe je nach Pilzart. Andere Mischungen sind natürlich möglich. Ich lege großen Wert auf gute Belüftung und nehme daher ein nicht zu feinporiges Material. Das Substrat wird ausreichend gewässert, Stroh sollte 14 Tage unter Wasser fermentieren. Die Gebinde können heiß überbrüht werden, bei kleineren Mengen kann es auch ½ Stunde im Drucktopf erhitzt werden. Das durchgemischte Substrat muß anschließend sehr gut abtropfen.
Die benötigten Gefäße, Gerätschaften wie z.B. Löffel, Spachtel oder ähnliches werden in der Spühlmaschine bei mindestens 60° gereinigt. Nun mische ich in einer sauberen Wanne das Substrat mit der Brut. Mit einer Menge Körnerbrut von etwa 5% der Substratmenge habe ich gute Erfahrung gemacht. Dann befülle die Beutel soweit voll, daß sie ggf. während der Ruhephase in einen geschlossenen Container passen. Mit Paketschnur wird oben verschlossen und eine Schlaufe zum Aufhängen einbezogen. Um die Kultur möglichst ganz sauber und ohne Kontamination zu halten kann sie zusätzlich in eine Müllbeutel gepackt werden.
Je nach Temperaturlage stehen die Kulturen im Keller, im Foliengewächshaus auf dem Balkon, oder im Keller, in der kalten Jahreszeit auch schon mal im leicht beheizten Zimmer oder während der ersten Phase (Mycelwachstum) auch mal mit Abstandsklötzchen auf oder nahe dem nur handwarmen E-Heizkörper. Nach etwa 2-3 Wochen sollte ein Sack gut durchwachsen sein. Bei Shiitake muß man aber länger Geduld haben.
Nun ist es Zeit, die Kultur mit etwas mehr Licht zu versorgen. Wenn die ersten kleinen Fruchtkörper erscheinen, freuen sich die Kulturen auch über gute Luftzirkulation – keine Dauerbelüftung mit Ventilator! - Viele Pilze vertragen ein zu hohes Maß an CO2 nicht. insbes. Austernseitlinge.
Es dauert dann nicht mehr sehr lange und die erste Ernte kann beginnen. Hierbei sollten die kompletten Trauben geerntet werden, auch einzelne Winzlinge entfernen.
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Hierzu habe ich ein Pilzbeet in der Art eines niedrigen Hochbeetes/Frühbeets geschaffen. Siehe hier.
Die Braunkappe soll lt. allgemeiner Anleitung auf einem Strohballen im Freien gezogen werden. Nach einer Video-Anleitung eines Schweizer Züchters versuche ich seine Methode . Die gelieferte Brut wurde zunächst in einzelnen Aufzuchtboxen 30x20x15 cm in einer Substrat-Mischung aus abgekochten Holzschnipsel, Sägemehl und etwas Stroh bei etwa 21°C im Zimmer vorkultiviert. Im späten Frühjahr nach den letzten Nachtfrösten ist ein Umsetzen in Spankisten (Abfall Supermarkt) erfolgt. Das Substrat wurde ergänzt im Verhältnis 1:1. Da der Pilz Erdkontakt fordert, ist eine Schicht Kompost als unterste Schicht eingefüllt. Gegen Ungeziefer habe ich die Kästen mit Unkrautvlies ausgelegt. Die Kästen stehen nun abgedeckt mit Lochfolie im Pilzbeet unter einer dunklen Plane auf Buchen-Häcksel zum durchtreiben. Bei Bedarf wird das ganze Beet mit Brunnenwasser beregnet. Möglicherweise wird später noch mit einer dünnen Schicht Bio-Mulch und Kompost abgedeckt.
Wenn dieses erfolgreich verläuft fülle ich das Pilzbeet mit Buchenholzhäcksel auf und setze die durchwachsene Substratbrut darin direkt ein. Als erforderliche Menge an Brut für das Beet von 1,5m² rechne ich mit etwa 3,5-4 ltr.
Fortsetzung folgt.
Auch hierfür ist das neue Pilzbeet der rechte Ort.
In die Hölzer, Äste vom Pflaumenbaum und Stücke abgelagerte Buche, 35cm lang, Durchmesser 15-20cm, nur für Shiitake 100 cm x 25 cm, habe ich im Abstand von ca. 10 cm 25mm-Bohrungen gesetzt, ich verwende eine Horizontal-Bohrmaschine mit langsamster Drehzahl und einem Fräsbohrkopf. Die Brut wird zerbröselt und in die Löcher gefüllt. Für einen Stamm habe ich etwa 150-200 ml. Brut aufgewendet. Abschnitte aus transparenter Folie und Klebeband verschließen die Öffnungen. Ein feuchtes Schwammtuch hält die notwendige Feuchtigkeit, oder alle Hölzer einer Pilzsorte werden in ein großes feuchtes Tuch (Betttuch) eingeschlagen.
Ein 2. Start im zeitigen Frühjahr direkt in einer Miete im Freiland (Pilzbeet unter Plane) läuft ebenfalls. Dazu habe ich sowohl Brut vom Zuchtbetrieb gekauft als auch aus den Beständen meines Depots genommen.
Es braucht nun Zeit, bis das Mycel gut ins Holz eingewachsen ist. Es soll ja noch zu den Stirnseiten vordringen. Wenn an den Stirnseiten das Mycel erschienen ist, werden alle Stämme aufrecht zu den Braunkappen im Pilzbeet eingegraben.
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Futtergetreide in gewünschter Menge ca 30 Minuten kochen. Das gekochte und abgegossenen Getreide jeweils zu 3/4 in saubere Gläser (max.750ml) füllen, die Deckel dieser Brutgläser jeweils mit einem Filter versehen.
Die Gläser im DKT mindestens 30 Minuten autoklavieren. Nach Druckausgleich und Abkühlen die Gläser mit desinfizierten Händen und steriler Pinzette im Dampfverfahren mit Brut beimpfen, etwa 1-2 TL für 500ml Substrat.
bei 15°-25°C dunkel aufstellen, nach ca 1-2 Wochen sollte das Mycel durchwachsen sein.
eine abgezweigte Minimenge kann im Kühlschrank als Gen-Depot aufbewahrt werden. Lagerzeit ca 12 Monate. Dazu habe ich 100ml PE-Frischhalte-Dosen mit Deckel und Dichtring. Zusätzlich dichte ich die Deckel mit Vaseline ab.
Diese Brut kann nun nochmals auf die gleiche Weise weiter vermehrt oder direkt zur Substrat- bzw. Holzimpfung eingesetzt werden. Mit 1 liter Brut (= 680 Gramm) können 6 Klötze von 33 cm Länge und ca. 15-20 cm Durchmesser oder 6 Beutel à 5-Liter geimpft werden.
Leider gibt es dies auch immer. Trotz peinlichster Sauberkeit und steriler Arbeitsweise sind Kontaminationen nie auszuschließen. Bereits durch kleinsten Öffnungen und Undichtigkeiten gelangen Sporen, die in der Luft massenweise schwirren, auf die Kulturen und vernichten sie. Daher ist während der Brutphase höchste Sauberkeit notwendig. Etwaige verunreinigte Brutansätze sollten sofort vernichtet werden.
Zusammenfassen hier einige kurze Ergänzungen zu dieser Problematik:
Pellets, Körner, Holzhäcksel, Holzbriletts,
kleiner Mengen
Das Substrat in einem Topf dämpfen, Dauer etwa 30
min, bei Getreide solange bis die Körner platzen. Dazu etwas Wasser
erhitzen, nur soviel Wasser nachfüllen bis der Wassergehalt stimmt.
Dann muss kein Wasser weggeschüttet werden und es geht sehr schnell.
Langsam auskühlen lassen ohne zu öffnen.
Besonders wichtig bei Stroh, Strohpellets, Holzspänen, Bricketts, teilweise auch bei Getreide. Substrat unter Wasser bei 20-25° 2 Wochen gären lassen, abseihen, gut ausdrücken. Ich fülle jeweils einen Eimer in eine Stoffbeutel, der dicht abgebunden wird., und hänge den Beutel 1-2 Tage im Garten zum austropfen auf, dann muß ggf. nochmals ausgequetscht werden. Die Stofftasche wird nach Gebrauch ausgekocht.
Behälter, Werkzeuge, mit Substrat befüllte,
jedoch unbeimpfte Gläser.
Im Dampfdrucktopf 45-60 min erhitzen,
das Überdruckventil sollte leicht geöffnet bleiben, langsam
ungeöffnet abkühlen lassen; wer es besonders gründlich machen
möchte, kann mit einem Tuch abdecken, damit beim langsamen Öffnen
des Druckdeckels keine Fremdluft eingezogen wird.
Nach dem
Erkalten möglichst direkt ohne Fremdluft (siehe Dampfsterilation)
weiter arbeiten oder die Gerätschaft in geschlossene vorher
sterilisierte Boxen aufbewahren, hierbei kann auch ein
Sterilisationsmittel (H2O2) verwendet werden.
A. Substrat testen. Wie gewohnt sterilisieren und
es ohne Beimpfung und ohne es in ein anderes Behältnis umzufüllen,
1 Woche stehen lassen.
. . . wenn da etwas grün wird, war die
Sterilisation unzureichend (Druck oder/ und Zeit).
. . . wenn eine
Woche lang das Substrat unverändert bleibt, kann diese Sterilprobe
als bestanden bewerten werden.
B. Dosen testen. Dosen zunächst
sterilisieren. Leicht mit destiliertem Wasser anfeuchten und ohne
Substrat einzufüllen oder zu impfen eine Woche bei Zimmertemperatur
"bebrüten".
. . . wenn sich grün zeigt, diesen
Behältnissen entsorgen.
Tipp: Besser sind jedoch Gläser mit
350 bis 700 ml Volumen. sterilisiert natürlich.
Ein noch so kleines Loch in den Deckel eines
sterilen Behältnisses mit sterilem Substrat zu machen, bedeutet, den
Inhalt der immer schimmelpilzbelasteten Luft auszusetzen. Die
Ergebnisse wird dann nur ausnahmsweise nicht kontaminieren.
Ich
gehe wie folgt vor:
Schraubgläser mit einem Polyfilter, es
geht auch ein Wattestopfen aus Polyesterwatte oder eingeklebte
Steriltücher aus der Ersthilfebox (Auto) verwenden.
Nach dem
Befüllen mit Substrat wird für 30 Minuten im DKT autoklaviert.
Diese Gebinde bestehen die o. g. "Sterilprobe"!
Die
Gläser öffne ich ausschließlich in einer zuvor mit
H2O2-ausgesprühten Plastikbox oder über Dampf. Die
Kontaminationsrate ist damit weniger als 10%.
Die wahrscheinlich größte Gefahrensstelle ist
das Beimpfen und Umfüllen. Es bedeutet generell, dass das Substrat
und die Brut, aber auch die Behälter mit Außenluft in Berührung
kommen, also Alarmstufe ROT. daher mache ich diese Arbeitsschritte
nur noch unter Dampf.
Wer eine geschlossene sterile Box besitzt
wird sich glücklich schätzen.
Es geht aber auch ohne:
Eine große Pfanne mit Wasser halb voll füllen
und zum kochen bringen. Wenn die Fensterscheiben beschlagen, sind die
meisten Kontis im Raum schon mal nicht mehr in der Luft. Dann ein
Brat-Gitter auf die Pfanne legen und in der Dampfwolke die Arbeiten
ausführen.
Die Werkzeuge immer wieder auch bei
Nichtverwendung (Arbeitspause/Wechsel) in das kochende Wassebad
ablegen.
Nach jedem Pilztyp unbedingt neue Werkzeuge
nehmen.
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß
sterilisiertes Substrat hochempfindlich gegen Kontaminationen ist und
jeglicher Kontakt mit schimmelsporenbelasteter Luft oder
sporenbehafteter Pilzteile (b. Clonen) vermieden werden sollte. Erst
ab der Verwendung der satt durchwachsenen Körnerbrut arbeite ich -
immer noch vorsichtig - aber nicht mehr wirklich - derart steril.
kleinere Gläser mit Anzuchtbrut (natürlich
geschlossen und ein Atmungsloch im Deckel), dazu Filter (Watte bzw.
anderes Material) stehen bei mir zusätzlich in einem geschlossenen
Plastikcontainer, der oben, seitlich kleine Luftschlitze hat. Diese
sind ebenfalls mit Filtermaterial abgedichtet. Hin und wider werden
die Deckel dieser Box kurz geöffnet und etwas destilliertes Wasser
genebelt. Wenn die Brut gut durchwachsen ist, ist auch die größte
Gefahr vorüber. Dann gestatte ich auch etwas mehr Frischluft.
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http://de.wikibooks.org/wiki/Pilzzucht/_Substrat#Verschiedene_Substrate
http://www.mrcashop.org/mushroom_shop/index.php?content=Anleitung
Autor: Karlhanns Spiegel ~ 20.02.2011